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Mittelalter: Der eine wurde gehäutet, der andere vom Schwert durchbohrt





Armagnacs vs. Burgunder

Der eine wurde gehäutet, der andere vom Schwert durchbohrt


Autorenprofilbild von Berthold Seewald Von Berthold SeewaldFreier Autor Geschichte
Veröffentlicht am 11.11.2024Lesedauer: 5 Minuten



So stellte man sich die Ermordung Johann Ohnefurchts, Herzog von Burgund, im 19. Jahrhundert vor
So stellte man sich die Ermordung Johann Ohnefurchts, Herzog von Burgund, im 19. Jahrhundert vorQuelle: picture alliance / akg-images

Auf einer Brücke in Nordfrankreich wollte Johann Ohnefurcht mit Frankreichs Dauphin Karl 1419 ein Bündnis verhandeln. Doch die Armagnacs rächten sich auf ihre Weise für die Grausamkeiten, die die Burgunder ihnen angetan hatten.



Johann Ohnefurcht (13711419) machte seinem Namen alle Ehre, als er am 10. September 1419 die Brücke von Montereau-Fault-Yonne betrat. Abgemacht worden war, dass sein Widersacher Karl, der Dauphin (Thronfolger) Frankreichs, ebenfalls nur mit wenigen Begleitern das Bauwerk betreten würde, um zu einer Verständigung zu gelangen. Doch der Herzog von Burgund hatte nicht mit einer Umtriebigkeit gerechnet, mit der er selbst seine Karriere vorangetrieben hatte. Er starb durch Mörderhand.
Als Sohn Philipps des Kühnen war Johann der zweite Herzog von Burgund. Seit sein Vater mit dem reichen Land belehnt worden war, setzte die jüngere Linie des französischen Königshauses alles daran, die in Paris herrschenden Vettern zu übertrumpfen. Reformen in der Verwaltung ließen Burgund bald zu einem der wohlhabendsten Herrschaften Europas werden. Die Einnahmen investierten die Herzöge in ein modernes Militär und eine höfische Kultur, die Maßstäbe setzte. Mit diesen Pfunden konnten sie mit Hochzeiten, Verträgen und Gewalt ein Territorium zwischen Burgund und den Niederlanden unter ihrem Zepter vereinen, die an das Mittelreich der Karolinger erinnerte.

I


Johann Ohnefurcht. Posthumes Porträt eines anonymen Künstlers, Mitte 15. Jahrhundert
Johann Ohnefurcht (13711419), zweiter Herzog von Burgund aus dem Haus ValoisQuelle: Wikipedia/Public Domain

n diesem Machtspiel erwies sich Johann Ohnefurcht als ebenso talentierter wie skrupelloser Akteur. Und als furchtloser. So führte er als 25-jähriger Prinz den Kreuzzug an, der Sigismund von Ungarn gegen die Türken zu Hilfe kommen wollte. In der Schlacht von Nikopolis wurde er im September 1396 geschlagen, geriet in Gefangenschaft und musste durch ein exorbitantes Lösegeld von 200.000 Dukaten freigekauft werden.

Während sich sein Vater noch ganz als Angehöriger und Lehnsmann des französischen Königshauses gefühlt hatte, erkannte Johann nach seinem Herrschaftsantritt 1404 die Chance, die ihm die Krankheit Karls VI. bot. Seit bei dem König ab 1392 die Geisteskrankheit diagnostiziert worden war, die ihn bis zu seinem Tod 1422 umtreiben sollte, gehörten die Burgunder zum Kreis der Regenten, die die Regierungsgeschäfte führten. 


Herzogspalast, Palast, Rathaus, Place de la Liberation, Platz, Dijon, Departement Cote-d'Or, Bourgogne, Burgund, Frankreich, Europa, ÖffentlicherGrund, Europa | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Maßstab höfischer Kultur: Der Palast der Burgunder-Herzöge in DijonQuelle: picture alliance / imageBROKER

Philipp der Kühne war allerdings vom Bruder des Königs, Ludwig von Orléans, geschickt ausmanövriert worden. Dabei wollte Johann es nicht belassen. Im November 1407 lauerten gedungene Mörder jenem in Paris auf, erschlugen ihn mit Knüppeln und Äxten und hackten ihm die linke Hand ab, die er zur Faust geballt hatte. Johann leugnete zunächst die Tat, um sie später als Tyrannenmord darzustellen. Damit begann ein Kampf um Leben und Tod, den Johann auch mit dem Ziel führte, sich eine selbstständige Position zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich zu verschaffen.
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Ressort:PanoramaWetterbericht

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Unter der Führung des Grafen Bernhard von Armagnac formierte sich die Partei der Orléans. Der Krieg zwischen den Armagnacs und den Burgundern wurde verbissen geführt und legte weite Teile Frankreichs in Schutt und Asche. 1411 konnte Johann Paris in seine Gewalt bringen, musste sich jedoch nach einem Aufstand seiner Bewohner zwei Jahre später fluchtartig zurückziehen.
Eine Wendung des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich brachte Johann zurück ins Spiel. Heinrich V. von England landete 1415 auf dem Kontinent. Seine Langbogenschützen vernichteten bei Azincourt die Elite der französischen Ritterschaft. Johann schloss ein Bündnis mit Heinrich und zog vor Paris, das er 1418 durch einen Handstreich erneut einnahm. Nur mit Glück konnte sich der 15-jährige Dauphin Karl an der Loire in Sicherheit bringen. 
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Schlacht bei Azincourt / frz.Buchmal. Krieg Koenig Heinrichs V. von England gegen Frankreich / Schlacht bei Azin- court am 25. Oktober 1415. - Die Schlacht bei Azincourt. - Buchmalerei, franzoesisch, um 1484. Aus 'Les Vigiles de Charles VII.' von Martial d'Auvergne. Ms. francais 5054, fol.11, Paris, Bibliotheque Nationale. E: Battle at Agincourt / French book ill. War of Henry V of England against France Battle at Agincourt on 25 October 1415. - The battle at Agincourt. - Book illustration, French, c.1484. From 'Les Vigiles de Charles VII.' by Martial d'Auvergne. Ms. francais 5054, fol.11. Paris, Bibliotheque Nationale. F: Bataille d'Azincourt / Enluminure franc. Guerre du roi d'Angleterre Henri V contre la France / Bataille d'Azincourt le 25 octobre 1415. - La Bataille d'Azincourt. - Miniature francaise, vers 1484. Tiree des 'Vigiles de Charles VII' de Martial d'Auvergne. Ms. francais 5054, fol. 11, Paris, Bibliotheque Nationale.
Ressort:GeschichteAzincourt 1415

Ein einfacher Bogen vernichtete Frankreichs Ritter

Bernhard von Armagnac wurde von burgundischen Soldaten gefasst und bei lebendigem Leib gehäutet. Seine entsetzlichen Schreie am 12. Juni 1418 fassten das zurückliegende Jahrzehnt zusammen, zehn Jahre der Gewalt, des hinterhältigen Verrats und des Chaos, fasst der niederländische Autor Bart van Loo in seinem neuen Buch Burgund. Das verschwundene Reich (C. H. Beck, 32 Euro) den Bürgerkrieg zwischen Armagnacs und Burgundern zusammen.
Die Aussicht, von seinem Partner überspielt zu werden, ließ Johann erneut über einen Seitenwechsel nachdenken. Die abschließenden Verhandlungen darüber sollten in Montereau-Faul-Yonne unweit der Mündung der Yonne in die Seine geführt werden. Damit sich Dauphin und Herzog sicher fühlten, wurden auf der städtischen Brücke zwei hölzerne Absperrungen mit abschließbaren Türen errichtet. Beide Fürsten durften zehn Vertraute mitbringen, dann sollten die Tore geschlossen werden.


Die Ermordung von Johann Ohnefurcht
Monseigneur de Bourgogne, nehmt dies: Der Tod des Herzogs auf der Brücke Link zur Originaldatei, nutzbar unter Lizenz CC BY-SA 3.0Quelle: Wikimedia/CC BY-SA 3.0Link zur Originaldatei, nutzbar unter Lizenz CC BY-SA 3.0 

Kommt nur, Monseigneur, der Dauphin erwartet euch, soll Tanguy du Châtel, die rechte Hand des ermordeten Armagnac, den Burgunder leutselig begrüßt haben. Dann soll dieser dem Dauphin und dessen Vater Gehorsam geschworen und versprochen haben, alles zu tun, um das Königreich zu retten. Daraufhin reichte Karl seinem Cousin die Hand.
Auch Tanguy trat heran. Monseigneur de Bourgogne, nehmt dies, soll er gerufen haben, während er ihn mit dem Beil zwischen die Schulterblätter traf. Johann musste erkennen, dass das Tor seine Leibwache am Vorstürmen hinderte, während Anhänger der Armagnacs nun in großer Zahl auf die Brücke drängten. Seine geballte Faust wurde abgeschlagen, der Schädel zertrümmert. Schließlich kniete ein Bewaffneter neben dem gestürzten Herzog und durchbohrte ihn mit dem Schwert. 
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Ressort:GeschichteKarl der Kühne

Diese Typen vernichteten die beste Armee ihrer Zeit

Aus Rache schloss Johanns Nachfolger Philipp der Gute mit Heinrich V. den Vertrag von Troyes, in dem er Frankreich den Engländern öffnete. Zwar gelang es Karl, mithilfe der Jeanne dArc den Krieg letztlich zu seinen Gunsten zu entscheiden. Aber Philipp konnte Burgund als selbstständiger Akteur auf der europäischen Landkarte etablieren. Erst dessen Sohn Karl der Kühne verspielte das reiche Erbe, als er sich im Streben nach einer Königskrone zum Krieg gegen die Eidgenossen hinreißen ließ. Gegen die gefürchtetste Militärmacht ihrer Zeit verlor er 1477 vor Nancy Schlacht und Leben. Das Herzogtum Burgund sollte französisch bleiben.
Dieser Artikel wurde erstmals im September 2020 veröffentlicht.