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Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg: Polizei dementiert Berichte über schriftliche Gefährderansprache
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Weihnachtsmarkt-Anschlag
Polizei dementiert Berichte über schriftliche Gefährderansprache
Veröffentlicht am 27.12.2024Lesedauer: 2 Minuten
Nach dem verheerenden Anschlag in Magdeburg vor einer Woche sind noch immer nicht alle Details bekannt. Die Polizei hat nun die genaue Fahrtroute des Täters bekannt gegeben – und Berichte über eine angeblich nur schriftlich erfolgte Gefährderansprache abgestritten.
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Nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg mit fünf Toten und über 200 Verletzten hat die Polizei Berichte über eine angebliche schriftliche Gefährderansprache bei dem mutmaßlichen Täter dementiert. Es habe „zu keinem Zeitpunkt“ eine schriftliche Gefährderansprache bei diesem gegeben, teilte die Polizei in Magdeburg am Donnerstagabend mit. Die Berichterstattung über den Ablauf von Gefährderansprachen bei dem Verdächtigen sei teilweise unrichtig.
Bei einem als angeblicher Beleg für die schriftliche Ansprache kursierenden Dokument handelt es sich laut Polizei lediglich um ein von dem Verdächtigen unterschriebenes Protokoll zu einer erfolgten Gefährderansprache. Insgesamt gab es bei dem Beschuldigten demnach zwei Gefährderansprachen im September 2023 und Oktober 2024. Ferner wurde im Dezember 2024 binnen weniger Tage noch mehrere Versuche für zusätzliche Gefährderansprachen unternommen.
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Neue Details zur Todesfahrt
Die Polizei hat derweil die genaue Fahrtroute des Täters bekannt gegeben. Wie die Polizeiinspektion Magdeburg am Donnerstag mitteilte, gelangte der Täter mit seinem Wagen trotz Sicherheitsmaßnahmen über einen Gehweg zum Alten Markt, wo er dann etwa 250 Meter durch eine Budengasse beschleunigte.
Der Täter sei nicht über die Straßenbahnschienen in Richtung Fußgängerbereich des Alten Marktes gefahren. Vielmehr sei das Tatfahrzeug an der Kreuzung Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg zwischen einer Fußgängerampel und einer Betonblocksperre hindurchgefahren.
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Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg teilte unterdessen mit, dass sie davon ausgehe, dass der Täter im Alleingang gehandelt hat.
Ministerium bestätigt Strafanzeigen
Die Polizei wollte mit der Veröffentlichung der genauen Fahrtroute „immer noch im Umlauf befindlichen falschen Darstellungen“ entgegentreten, wie es in einer Pressemitteilung hieß. Gegen die Stadt und die örtliche Polizei waren Strafanzeigen wegen möglichen Fehlverhaltens gestellt worden.
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Eine Sprecherin des Innenministeriums bestätigte am Donnerstag den Eingang der Anzeigen. Damit könnten das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt, die Polizeieinsatzplanung und deren Umsetzung Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen werden. Medienberichten zufolge war der Polizei unter anderem vorgeworfen, dass nicht alle Zufahrten zum Weihnachtsmarkt wie ursprünglich geplant geschützt wurden. So soll sich unter anderem ein Polizeifahrzeug nicht an einem vorgesehenen Standort befunden haben.
Am Freitagabend war ein 50-Jähriger mit einem Auto ungebremst durch eine Budengasse auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg gefahren. Laut Polizei dauerte die Tat vom Einbiegen des Autos auf den Gehweg um 19.02 Uhr bis zur Festnahme des Fahrers drei Minuten.
Bei dem Täter handelt es sich um einen seit 2006 in Deutschland lebenden Mann aus Saudi-Arabien, der zuletzt in Bernburg bei Magdeburg als Arzt arbeitete. Der Mann war in den sozialen Netzwerken als aggressiver Islamkritiker und AfD-Sympathisant aufgefallen. Er sitzt in Untersuchungshaft.
epd/AFP/rct/shem
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