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Bildungspolitik: Weniger Goethe für leichteren Zugang? Debatte um vereinfachte Literatur an Berliner Gymnasien





Bildungspolitik

Weniger Goethe für leichteren Zugang? Debatte um vereinfachte Literatur an Berliner Gymnasien

Veröffentlicht am 12.01.2026Lesedauer: 3 Minuten



ARCHIV - 05.03.2019, Thüringen, Weimar: Das Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) mit dem Goethe-Schiller-Denkmal. (zu dpa: «Nach Querelen: Generalplaner für DNT-Sanierung steht fest») Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar  in Berlin werden unter anderem Werke dieser beiden berühmten Autoren zunehmend in einfacher Sprache gelesenQuelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Immer mehr Berliner Gymnasien greifen im Deutschunterricht zu Klassikern in einfacher Sprache. Kritiker warnen vor einem Verlust an Anspruch, Befürworter sehen darin eine notwendige Brücke für leseschwache Schüler.




Immer mehr Berliner Gymnasien greifen im Unterricht offenbar auf vereinfachte Versionen von Literaturklassikern zurück. Der Sprecher des Cornelsen-Verlags, Sven Haedecke, sagte dem Tagesspiegel: Unser Eindruck ist, dass zunehmend auch Lehrkräfte an Gymnasien gerne mit der Reihe arbeiten.
Der Cornelsen Verlag ist auf die Entwicklung von Schulbüchern spezialisiert und bietet mit seiner Reihe Einfach klassisch verschiedene literarische Werke in einfacher Sprache an, darunter Romeo und Julia, Wilhelm Tell oder Faust. Ursprünglich sei die Reihe vor allem für Haupt-, Real- und Gesamtschulen konzipiert worden. 

Die vereinfachten Versionen sind kürzer, in verständlicherer Sprache geschrieben und enthalten unterstützende Elemente wie etwa Worterklärungen, Infoboxen oder Bilder. Durch das moderne Layout und den niedrigeren sprachlichen Einstieg soll Lesefrust vermieden werden.
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Ein Textmarker und eine Ausgabe «Faust - Der Tragödie erster Teil» von Johann Wolfang von Goethe liegen auf einem Schreibblock. «Faust» vom Schuljahr 2024/25 an aus dem Lehrplan zu streichen, stößt auf Kritik. (zu dpa «Wie hast Du's mit dem "Faust"» vom 29.8.2022) +++ dpa-Bildfunk +++
Artikeltyp:MeinungBildung

Berlin kapituliert vor Goethe

Auf der Website des Verlags heißt es, Einfach klassisch erleichtere weniger geübten Lesern ab Klasse acht den Zugang zu klassischer Literatur und steigere nachhaltig die Lesemotivation.

Den Trend hin zu vereinfachten Literaturklassikern bestätigte dem Tagesspiegel eine Deutschlehrerin des Lessing-Gymnasiums in Berlin-Wedding. So hätte die Schule im Deutscharchiv insgesamt sechs Literaturklassiker jeweils als Klassensatz in einfacher Sprache vorrätig. Sie habe zwar keinen Überblick darüber, wie häufig Lehrkräfte auf diese Bücher zurückgriffen, doch sie sehe an der Ausleihe im Medienzentrum, dass sie in der 8. oder 9. Klasse gewählt werden.
In der Vergangenheit habe sie sich in einer neunten Klasse vor allem aus Zeitgründen ebenfalls für die vereinfachte Variante von Nathan der Weise entschieden, sagte die Lehrerin. Hier stand die Begegnung mit einem klassischen Drama der Aufklärung im Vordergrund, das heißt Handlungsverlauf, Figurenkonstellation und Figurenrede und nicht so sehr die Redeanalyse, erklärte sie. Für die Redeanalyse müsse aus ihrer Sicht dagegen unbedingt der Originaltext verwendet werden.
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Das beschädigt die Gehirne unserer Kinder nachhaltig

Erfahrene Pädagogen kritisieren die Entwicklung hin zu Literaturklassikern in einfacher Sprache. Die frühere Berliner Referatsleiterin in der Bildungsverwaltung, Christiane Sauerbaum-Thieme, sagte dem Tagesspiegel: Ein Gespenst geht um im Berliner Deutschunterricht: Literatur in einfacher Sprache. Es bestehe die Tendenz zur Auszugskunde, was bedeute, dass Literatur nur häppchenweise gelesen werde.
Der Lehrer des Jahres 2013, Robert Radecke-Rauh, erklärte, er finde es zwar nachvollziehbar, wenn Lehrkräfte auf vereinfachte Varianten zurückgriffen, um den inhaltlichen Zugang zu erleichtern. Aber wenn wir damit beginnen, literarische Texte in einfache Sprache zu überführen, rauben wir den Klassikern ihre ästhetische Substanz und den Gymnasien ihren Anspruch, die Hochschulreife zu erwerben, sagte er. In der Musik komme schließlich auch niemand auf die Idee Mozarts Opern in simple Klänge zu verwandeln. 
Den Recherchen des Tagesspiegels zufolge greifen nicht ausschließlich Gymnasien mit einem hohen Migrantenanteil auf vereinfachte Literaturklassiker zurück. Auch berichteten Schüler und Eltern des Georg-Büchner-Gymnasiums in Berlin-Lichtenrade, dass sie die Cornelsen-Reihe verwendeten. Dort liege der Anteil der Schüler, die zu Hause nicht auf Deutsch kommunizieren, bei lediglich zehn Prozent. 
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Die Schule selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zur Verwendung der vereinfachten Versionen, verwies stattdessen an die Senatsverwaltung für Bildung. Deren Sprecher betonte, dass die Cornelsen-Reihe nur in einzelnen Klassen verwendet werde und es sich außerdem um einen Pilotversuch handele.
Schüler des Gymnasiums hätten sich über diese Aussage verwundert gezeigt, schreibt der Tagesspiegel. Die Reihe komme am Büchner-Gymnasium bereits seit vielen Jahren zum Einsatz, heißt es.
Neben Kritikern gibt es auch Befürworter der vereinfachten Literaturklassiker. Christian Plein vom Fachverband Deutsch sagte etwa: In Zeiten, in denen viele Jugendliche  besonders mit Migrationshintergrund  das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschen, ist es tatsächlich unverzichtbar, ihnen komplexere Texte durch einfache Sprache nahezubringen.
nw