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Sammlerleidenschaften: Der Bernstein-Sucher von der Nordseeküste





Sammlerleidenschaften

Der Bernstein-Sucher von der Nordseeküste

Von Martina Scheffler
Veröffentlicht am 17.05.2012Lesedauer: 3 Minuten

Die Nordseeküste ist nicht besonders berühmt für ihre Bernsteinfunde. Doch Profisucher Uwe Petersen weiß genau, wo man fündig wird. Mit neun Jahren begann seine Sammlerkarriere  inzwischen liefert er nach China und Arabien.



Gerade hat Uwe Petersen einen Anruf bekommen, es geht um Bernstein für Gebetsketten in den Emiraten. Das weltweite Geschäft mit dem goldigen Baumharz läuft viel über China und Arabien, erzählt der 43-Jährige, der sich als "professioneller Bernsteinsucher" bezeichnet, einer der ganz wenigen an der deutschen Nordseeküste. Denn eigentlich ist das frühere Ostpreußen, die baltische Ostseeküste, das Paradies für jene, die "der Vorzeit Träne" suchen  wie es in einem alten Lied heißt.
In Wyk auf Föhr betreibt Petersen einen Laden mit Schmuck und Figuren aus Bernstein. Im Hinterzimmer hat er seine kleine Werkstatt, gerade liegt ein Bernstein aus dem russischen Jantarny, dem früheren Palmnicken, auf der Arbeitsfläche.

Alles aber ist nicht von ihm selbst gefunden worden. Ein Gramm Bernstein pro gelaufenen Kilometer finde er an Föhrs Küste, erzählt Petersen. Er kauft von Krabben- und Muschelfischern zu. Auch wenn die Nordsee nicht das Mekka für Bernsteinsammler ist  "ich möchte, dass das Produkt von hier ist".

"Da suche ich mehr davon"

Auf Pellworm ist er einst als Neunjähriger in die Branche eingestiegen, als er Feriengästen seiner Großeltern seinen ersten Fund verkaufte. "Die boten 20 D-Mark", erinnert sich Petersen. "Da habe ich gedacht: Dann suche ich mehr davon." Mit 16 hielt er erste Vorträge. 1993 zog der gelernte Holz- und Baustoffkaufmann nach Föhr, 1995 eröffnete er einen ersten kleinen Bernsteinladen.

Inzwischen weiht er pro Jahr etwa 2500 Kinder in Schleifkursen in seine Kunst ein. Die hat auch den laut Petersen größten Bernsteinzoo der Welt hervorgebracht: 400 von ihm geschnitzte Tiere, vom Elefanten bis zum Chamäleon, insgesamt 100 Kilogramm Bernstein.
Angefangen mit dem Schnitzen hatte er einst mit einer Schildkröte. "Ich habe vorher 70 Mark verlangt ohne zu wissen, wies geht", erinnert er sich. Dann ging es erstaunlich gut. Bei einem Knochenschnitzer in Indonesien holte er sich den letzten Schliff.

10.000 Euro teure Schildkröten-Bernsteine

Heute braucht er zwölf Stunden für die Schildkröte. Bezahlbar sind die Tiere heute aber für die wenigsten, wenn allein der Stein schon mehrere tausend Euro kostet. Eines der größten Stücke in Norddeutschland nennt Petersen sein eigen: 10.000 Euro ist es wert.
Der normale Käufer im Laden allerdings favorisiert generell die weniger wertvolle Bernstein-Variante: "Schaumige" Steine seien nämlich mehr wert als die durchsichtigen, "aber die Leute wollen die durchsichtigen", bedauert Petersen.
Gerne dürfe es auch etwas dunkler sein: "In heiße Sägespäne legen" ist dann der fachmännische Tipp. Schnelles Erhitzen und Abkühlen sorgt für Sprünge, die wie Einschlüsse, etwa von kleinen Pflanzen, aussehen. Einen Marketing-Trick deckt Petersen auch auf: "Echt Bernstein" sind einfach nur zusammengeschmolzene Reste. "Naturbernstein" ist dagegen das, was gefunden und am Stück verarbeitet wurde.
 

Schmerzhafte Zähneklopf-Methode

Auf die Suche geht der Wyker bei Niedrigwasser und günstigen Winden. Dort, wo schwarze Hölzer liegen, wird er am ehesten fündig. "Das Holz hat dasselbe spezifische Gewicht wie Bernstein", erläutert Petersen. Und wie unterscheidet der Laie Bernstein von gelben Steinkrümeln? "Bernstein hieß früher Elektron  es lädt sich also statisch auf. Und es schwimmt in zehnprozentiger Salzwasserlösung."
Den Tipp, sich den Fund gegen die Zähne zu klopfen, kann er aber nicht empfehlen. Das könne zwar funktionieren, sei aber doch etwas schmerzhaft. Seinen allerersten Bernstein hat Petersen übrigens nach Jahrzehnten wiederbekommen, als er durch Zufall das Ehepaar wiedertraf, das seinen ersten Fund erwarb. Jetzt trägt er das gute Stück an einem Lederband immer mit sich.
dpa