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NRW-Wahl 2027: Grüne ärgern, Industrie schützen, abschieben: Wie der SPD-Herausforderer Hendrik Wüst bezwingen will





Artikeltyp:MeinungNRW-Wahl 2027

Grüne ärgern, Industrie schützen, abschieben  wie der SPD-Herausforderer gewinnen will


Autorenprofilbild von Till-Reimer Stoldt Von Till-Reimer StoldtPolitik-Redakteur
Stand: 31.01.2026Lesedauer: 5 Minuten



won kombo

26.01.2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Jochen Ott, designierter Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027, spricht auf einer Pressekonferenz. Die Landesspitze der SPD in Nordrhein-Westfalen hat sich zu den Ergebnissen der Landesvorstandsklausur geäußert. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ 

Ueberschrift:   Pressekonferenz SPD Nordrhein-Westfalen zu Vorstandsklausur
Bildrechte:   Oliver Berg/dpa

27.01.2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement in der Staatskanzlei zum Rücktritt von NRW-Flüchtlingsministerin Paul (Grüne). (zu dpa: «SPD: Kein «geräuschloses Regieren» der Wüst-Regierung mehr») Foto: Thomas Banneyer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sozialdemokrat Jochen Ott (links) tritt gegen Christdemokrat Hendrik Wüst (rechts) anQuelle: Oliver Berg/dpa; Thomas Banneyer/dpa

Der Herausforderer von Hendrik Wüst in NRW steht fest. Sozialdemokrat Jochen Ott mag nur Außenseiter-Chancen haben. Doch seine Strategie ist lehrreich.




Es gibt aussichtsreichere Zweikämpfe. Hendrik Wüst als Ministerpräsidenten ablösen zu wollen  das gehört derzeit zu den chancenärmeren Vorhaben. Wüsts CDU steht bei 36 Prozent in Umfragen. Als zweitstärkste Partei folgt die SPD abgeschlagen mit 19 Prozent. Bei der persönlichen Beliebtheit ragt Wüst noch weiter heraus. Seit Jahren gehört er zu den zwei bis drei beliebtesten Politikern der Republik. 
Ihn fordert nun Jochen Ott aus Köln heraus. Der SPD-Fraktionschef im Landtag wurde zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl 2027 gekürt. Von heute aus betrachtet kann es für Ott nur darum gehen, als Juniorpartner mit der Union zu koalieren. So scheints. Aber die verbreitete Einschätzung, das Spiel sei gelaufen, bevor es begonnen hat, eröffnet wiederum Chancen. Und die SPD-Strategen sind wild entschlossen, sie zu nutzen. Sozusagen im Projekt Außenseiter-Chance. Das verdient einen genaueren Blick, weil es Wüsts Schwachstellen offenlegt, die hinter seinem gewinnenden Auftritt und seiner Präsenz im Bund oft unbemerkt bleiben.

Vor allem setzen die Genossen auf Alltagsnöte in NRW, die beim Bürger Verdruss auslösen. Den wollen sie in politischen Unmut und dann in Stimmen verwandeln. Gelegenheiten dazu sehen sie etwa bei Kita, Schule, Pflege, Wohnen, Sicherheit, wie sie nun in ihrem Leitantrag verkündeten. Da bietet Wüst in der Tat Angriffsfläche. Aktuell verdeutlicht dies die Kita-Politik. Deren Hauptverantwortliche, die grüne Kita- und Fluchtministerin Josefine Paul, trat nun zurück. Mit Grund. So fehlen in NRW 85.000 Kita-Plätze. Binnen eines Jahres kam es zu rund 34.000 Kita-Personalausfällen, die punktuelle oder vollständige Schließungen zur Folge hatten. 

Gewalt in der Kita, Staus auf der Straße

Und nun hat das Land auch noch ein Gewaltproblem in seinen Kitas. Durch eine SPD-Anfrage wurde bekannt, dass die Zahl körperlicher oder sexueller Übergriffe in die Höhe geschossen ist. Das hat mit der verschärften Meldepflicht in Kitas zu tun, gleichwohl ist es beängstigend, dass sich diese Zahl von etwa 558 (2022) auf etwa 4228 (2025) vervielfacht hat. Es geht nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem im frühkindlichen Alltag, bilanziert SPD-Kita-Experte Dennis Maelzer. Der personell unterversorgte Kita-Apparat wird wohl noch weitere Hiobsbotschaften produzieren. Da ist für Ott & Co. etwas zu holen. Obwohl man ergänzen muss: Auch die Genossen werden sich die fehlenden Erzieher nicht zaubern können. 

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Ressort:Politik (Inland)

Ministerin Paul tritt zurück  Wüst setzt auf Neuanfang

Unmut empfinden viele im Land auch wegen der Staus, die in NRW noch immer im Ländervergleich überproportional wachsen  obwohl Wüst in seiner Zeit als Verkehrsminister den Bürgern einst blühende Autobahnlandschaften verhieß. Allerdings gilt auch hier: Die Möglichkeiten der Landespolitik sind begrenzt. Wirkliche Entlastung kann, wenn überhaupt, nur der Bund bewirken.

Miese Schulen statt bester Bildung

In der Schulpolitik hofft Ex-Oberstudienrat Ott gleichfalls, elterlichen Missmut in politischen Protest umleiten zu können. Das sollte gelingen. Noch immer mangelt es an Lehrern (etwa 8800), während rund 120.000 Stunden Unterricht pro Woche ausfallen. Die Qualität in der Ganztagsbetreuung dümpelt auf traurigem Niveau, weil Wüst keine verbindlichen (und teuren) Mindeststandards vorgeben mag. Und im Bildungsmonitor der Länder rangiert NRW nur auf Platz 14. Unter SPD-Ägide war NRW zwar kaum besser. Den Personalmangel aber haben Wüst und die Seinen genauso wenig in den Griff bekommen. 
Ob ein Regierungschef Ott die benötigten Lehrkräfte aus dem Hut ziehen könnte, bleibt zwar offen. Zunächst aber geht es der Opposition darum, dem Amtsinhaber seinen Glanz zu nehmen. Und das gibt eine nüchterne Leistungsbilanz in Wüsts ureigenstem Verantwortungsbereich her. 

Effektiver abschieben

Sogar in der Abschiebepolitik kann die SPD die CDU attackieren. Das von Wüst geduldete Chaos in kommunalen Abschiebebehörden (das den Terroranschlag von Solingen 2024 mit ermöglichte) will nicht etwa die CDU, sondern die SPD beenden, indem sie die Verantwortung von den Kommunen aufs Land überträgt. 
Wie die wahre Partei der inneren Sicherheit tritt die SPD auch auf, wenn sie beklagt, die CDU habe selbst dazu beigetragen, den Schutz vor kriminellen Flüchtlingen zu schwächen. Denn: In der Koalition mit den Grünen hat sie die Fluchtthemen den Grünen und nicht dem (CDU-geführten) Innenministerium zugeschlagen. Zudem hat Wüst die gescheiterte Fluchtministerin Paul zu lange gedeckt, was man ihm nun ebenso lange vorhalten wird.

Trittfreiheit gegen die Grünen

Noch ein Ass hat die SPD im Ärmel: Sie kann antigrüner auftreten als die CDU. Wüst muss Rücksicht nehmen auf den grünen Koalitionspartner. Dazu verpflichtet ihn auch sein Werbeslogan vom geräuschlosen Regieren. Die SPD hingegen kann auf den Grünen herumtrommeln und damit Pluspunkte in weiten Bevölkerungsteilen sammeln  was dem Kölner Ott ohnehin nicht schwerfällt. So höhnte er stets darüber, wenn Grüne mahnten, sich an Karneval bloß nicht als Indianer zu verkleiden. Auch attestiert er manchen Grünen schon mal Verkniffenheit, während führende NRW-Grüne ihn umgekehrt zum Beton-Sozi kürten. 
Diese Trittfreiheit gegen Grün dürfte der SPD nutzen. Schließlich gehen derzeit pro Monat tausende Industrie-Arbeitsplätze in NRW verloren. Das grüne Beharren auf frühem Kohleausstieg und CO2-neutralem Industriestandort verschärft diesen Trend. Das aber wird nicht etwa von der CDU, sondern von der SPD angeprangert. Wüst droht durch seinen Bund mit den Grünen die strategische Defensive. Ob die CDU daraus lernen wird?