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Bergunglück: Bergsteiger überlebt Sturz aus 120 Meter und läuft zum Auto – Drei Begleiter tot
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US-Staat Washington
Bergsteiger überlebt 120-Meter-Sturz und läuft zum Auto – Drei Begleiter tot
Veröffentlicht am 14.05.2025Lesedauer: 3 Minuten
Die North Cascades Mountains im US-Bundesstaat Washington sind bei Kletterern beliebtQuelle: picture alliance/PhotoAlto/J?r?me Gorin
Vier Kletterer seilen sich von einer Felswand im US-Bundesstaat Washington ab, dann löst sich die Verankerung. Die Gruppe stürzt 120 Meter in die Tiefe, nur ein Mann überlebt. Mit schwersten inneren Verletzungen läuft er in der Dunkelheit zu seinem Auto und holt Hilfe.
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Eine Klettergruppe aus vier Personen ist im US-Bundesstaat Washington in einer steilen Schlucht in den North Cascades Mountains aus 120 Metern abgestürzt. Wie durch ein Wunder überlebte einer der Kletterer den Sturz. Seine drei Begleiter kamen ums Leben. Dann wanderte er im Dunkeln zu seinem Auto und fuhr anschließend zu einem Münztelefon, um Hilfe zu rufen. So schildern es die US-Behörden.
Die vierköpfige Gruppe – darunter die Opfer im Alter von 36, 47 und 63 Jahren – bestieg demnach die Early Winters Spires. Dabei handelt es sich um eine zerklüftete Felsformation, die von einer bei Kletterern beliebten Spalte in der nördlichen Kaskadenkette etwa 257 Kilometer nordöstlich von Seattle geteilt wird.
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Als die vierköpfige Gruppe die Schlucht hinabsteigen wollte, versagte offenbar der Anker für die Sicherungsseile. Die Gruppe sei etwa 60 Meter in eine schräge Schlucht gestürzt und dann noch einmal 60 Meter tief gefallen, bevor sie zum Stillstand gekommen sei, sagte Dave Yarnell, stellvertretender Sheriff des Okanogan County. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gruppe aufgestiegen war, aber umkehrte, als sie einen Sturm aufziehen sah.
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Die Identität des Bergsteigers, der überlebt hat, ist nicht bekannt. Doch er soll sich nach dem Absturz selbst aus einem Gewirr von Seilen, Helmen und anderer Ausrüstung befreit haben und schaffte die Wanderung trotz innerer Blutungen und eines Schädeltraumas, sagte Dave Yarnell, stellvertretender Sheriff des Okanogan County. Er habe mehrere Stunden gebraucht, um sich zu befreien und zu seinem Auto zurückzulaufen, das er in der Nähe eines Pfads geparkt hatte. Der Bergsteiger wurde in Seattle ins Krankenhaus eingeliefert.
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Ein dreiköpfiges Such- und Rettungsteam traf wenig später an der Absturzstelle ein. Das Team nutzte die Koordinaten eines Geräts, das die Bergsteiger bei sich trugen und das ihnen der Freund der Männer gegeben hatte. Als sie die Stelle gefunden hatten, riefen sie wegen des unwegsamen Geländes einen Hubschrauber, um die Leichen einzeln zu bergen.
Alter Felshaken vermutlich Ursache für Absturz
Die Einsatzkräfte bargen auch die Ausrüstung, um die Ursache des Sturzes herauszufinden. Sie fanden einen Felshaken – einen kleinen Metalldorn, der in Felsspalten oder Eis getrieben und von Kletterern als Ankerpunkt genutzt wird –, der noch in den Seilen der Kletterer eingehängt war.
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Felshaken werden oft in Wänden belassen. Sie können dort jahrelang oder sogar jahrzehntelang verbleiben und mit der Zeit an Sicherheit verlieren. „Es sah alt und verwittert aus, und der Rest ihrer Ausrüstung sah neuer aus, daher gehen wir davon aus, dass es ein alter Felshaken war“, sagte Cristina Woodworth, die Leiterin des Such- und Rettungsteams des Sheriffs.
Kletterer sichern sich mit Seilen an Ankerpunkten wie Felshaken oder anderen Klettergeräten. Die Seile sollen den Sturz auffangen, falls sie abrutschen. Normalerweise verwenden Kletterer Ersatzanker, erklärt Joshua Cole, Bergführer und Mitinhaber von North Cascades Mountain Guides, der seit etwa 20 Jahren in der Gegend klettert. Generell sei es ungewöhnlich, sich von einem einzigen Felshaken abzuseilen, sagte Cole und fügte hinzu, dass noch immer nicht klar sei, was genau in dieser Nacht an der Wand passiert sei.
Die Felsformationen sind ein beliebtes Klettergebiet. Die Route, die die Bergsteiger wählten, sei mittelschwer und erfordere das Bewegen zwischen Eis, Schnee und Fels. Die Bedingungen, beispielsweise das Verhältnis von Eis und Fels, könnten sich je nach Wetterlage rasch ändern, sogar von Woche zu Woche oder von Tag zu Tag, und damit auch die Risiken der Route verändern.
AP/saha
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