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„Deutschland“-Song: „Ich will mir dieses Land nicht kaputt machen lassen“ – Kollegah und seine Kanzlerfantasien
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„Deutschland“-Song
„Ich will mir dieses Land nicht kaputt machen lassen“ – Kollegah und seine Kanzlerfantasien
Von Dominik LippeRedakteur Nachrichten und Gesellschaft
Veröffentlicht am 17.12.2025Lesedauer: 3 Minuten
Der Rapper Kollegah, mit bürgerlichem Namen Felix BlumeQuelle: picture alliance/dpa/Jonas Güttler
In seinem neuen Song „Deutschland“ rechnet der als Kollegah bekannt gewordene Rapper Felix Blume mit Deutschland ab – ohne sich dabei vor Populismus zu scheuen. Bei AfD-Politiker Maximilian Krah stößt er damit auf Zuspruch.
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Sein Karriereende währte nur wenige Monate. Ein gutes Jahr nach seinem Abschied von der Marke Kollegah ist der Rapper Felix Blume unlängst mit neuem Album an die Öffentlichkeit getreten. Unter dem Titel „Kanzler (Frührentnertape Vol. 1)“ betont er nun seine politische Seite. Im Song „Deutschland“ betrauert er zum getragenen Pianospiel und einem Singsang-Refrain, der sich an Heinrich Heines „Nachtgedanken“ bedient, den Zustand seiner Heimat. „Deutschland war mal ein Land, das stand für Herz/Das stand für Stärkе und zur Kraft aus Schmerz“, beklagt der Rapper, doch „aus dem stolzen Adler wurd‘ ein geprügelter Hund“.
Die Probleme sind schnell ausgemacht. Sowohl Inflation und Steuerpolitik stören ihn als auch Raub, Kindesmissbrauch und Messerkriminalität. „Politiker am Lügen und das Volk ist am Schlafen/Andere führen Kriege und wir sollen das bezahlen“, bemängelt Blume. Eine Alternative zur schwarz-roten Koalition hat er ebenfalls parat. „Ich würd‘ alles anders machen, wenn ich Kanzler wär‘“, versichert er. „Wär‘ ich Kanzler, würd‘ ich für Deutschland kämpfen bis aufs Blut.“
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Mit seinen immer wieder ins Populistische abdriftenden Versen hat Blume dann auch Aufmerksamkeit in politischen Kreisen erregt. AfD-Bundestagsmitglied Maximilian Krah schreibt im Online-Dienst X: „Die Wende kommt nicht aus den subventionierten Theatern, den Universitäten oder dem Staatsfunk, sondern aus Rap, Internet und von der Straße.“ Kollegah setze damit einen Trend.
Eine politische Komponente hatte Blumes Musik bereits, als er noch unter Pseudonym aufgetreten ist. Wohl am deutlichsten formulierte er seine Haltung 2022 auf dem Album „Free Spirit“ aus. Darauf urteilte er die Nato als „militant“ ab, rappte gegen die Erkenntnisse der Naturwissenschaft an, griff Querdenker-Narrative auf und schmähte Karl Lauterbach.
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Insbesondere die Medien erhob er zum Lieblingsfeind, indem er ihnen durchweg vorhielt, Themen zu unterschlagen und Propaganda zu verbreiten. Zwei Jahre später betonte er auf „Still King“ seine „Kanzlerambitionen“: „Muskeln angespannt für das Bundeskanzleramt – und du wählst mich aus Respektbekundung oder Angst.“ Ende 2024 legte er das Kollegah-Kapitel ad acta, um nun als Felix Blume zurückzukehren.
Ich will mir dieses Land nicht kaputt machen lassen
Im Frühjahr hatte er damit begonnen, sein politisches Image zu forcieren, als er sich im Format „Die Deutschen“ von Nizar und Shayan Garcia als kommender Bundeskanzler in Szene setze. Das Publikum der beiden Podcaster habe sich ihn als Gast gewünscht, stellte Blume gleich zu Beginn selbst klar.
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Er sei davon überzeugt, ein guter „Weltmonarch“ sein zu können. Zunächst würde er sich allerdings auf Deutschland konzentrieren. Seine Kanzlerwahl-Kampagne laufe bereits. „Ein Novum in der Politik, dass der Mann an der Spitze mal nicht gegen das Volk arbeitet“, kündigte der Rapper unter Gelächter der Moderatoren an. „Wo gibt's denn so was?“
Er sei jetzt frei, unbestechlich und finanziell unabhängig. Deutschland habe vor allem ein Ausgabenproblem, stellte Blume fest. „Alleine die Gelder, die dafür draufgehen, dass wir Waffen in Länder liefern, wo ein Krieg ist, mit dem wir nichts zu tun haben“, beanstandete er. „Wir haben hier im Land auch unsere Probleme und wir müssen mit diesem Geld unser Land erst mal auf Vordermann bringen.“
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Es gelte, die Steuern zu senken, die Abwanderung zu stoppen und das Sicherheitsgefühl wiederherzustellen. „Man muss hier für mehr Sicherheit sorgen. Man muss dieses Land auch wieder attraktiv machen in Sachen Lebensqualität. Das erreichen wir vor allem dadurch, dass wir die Kriminalität bekämpfen“, skizzierte er seine Agenda. Für die Übergangsphase empfahl er die Errichtung von Gated Communitys für wohlhabende Menschen. „Ich will mir dieses Land nicht kaputt machen lassen.“
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