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Berlin: Mehrere Brüche im Gesicht  Polizist nach Angriff auf Migranten angeklagt





Berlin

Mehrere Brüche im Gesicht  Polizist nach Angriff auf Migranten angeklagt

Veröffentlicht am 18.09.2025Lesedauer: 2 Minuten



ARCHIV - 03.12.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Polizist steht vor einem Dienstfahrzeug (gestellte Szene). (zu dpa: «Polizei nimmt Mann nach Angriff auf Ehefrau fest») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Quelle: Bernd Weißbrod/dpa

Ein Berliner Polizist soll 2022 einen Migranten in einer Unterkunft schwer misshandelt und ihm Gesichtsfrakturen zugefügt haben. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Körperverletzung im Amt.




Ein Polizist soll einen 46-jährigen Mann in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft schwer misshandelt und mehrere komplexe Brüche im Gesicht zugefügt haben. Wegen Körperverletzung im Amt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, wie ein Sprecher mitteilte. 
Der inzwischen 40 Jahre alte Beamte soll den Migranten bei einem Einsatz Ende Juni 2022 in der Unterkunft in Neukölln nach Aussagen von Zeugen mindestens einmal, möglicherweise aber auch bis zu siebenmal mit erheblicher Kraft ins Gesicht geschlagen haben. Die Schläge sollen weder durch die Situation gerechtfertigt noch verhältnismäßig gewesen sein, hieß es von der Staatsanwaltschaft. 

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Nach den Ermittlungen löste ein Notruf aus der Wohnung des später verletzten Mannes den Polizeieinsatz aus. Die Beamten sollen den Bewohner aufgefordert haben, den Raum zu verlassen, um die Geschehnisse zu klären. Der 46-Jährige soll dies aber nicht getan haben. Daraufhin sollen die Polizisten den Mann auf den Flur gebracht  und der Beamte soll zugeschlagen haben. 
Laut Anklage erlitt der Mann unter anderem Frakturen am Jochbein sowie an der Augen- und Kieferhöhle, die eine Operation erforderlich machten. Er soll noch immer psychisch an den Folgen leiden und sich in ärztlicher Behandlung befinden. 

Anklage erst nach mehr als drei Jahren 

Ein Polizeisprecher konnte nicht sagen, ob der Beamte suspendiert wurde. Üblicherweise ruhe das Disziplinarverfahren, solange der Fall strafrechtlich nicht abgeschlossen sei. 
Dass mehr als drei Jahre vergingen, bevor Anklage in dem Fall erhoben wurde, hängt laut Staatsanwaltschaft unter anderem mit umfangreichen Ermittlungen zusammen. Es seien rechtsmedizinische Untersuchungen erfolgt. Zudem sei zunächst auch wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gegen den 46-Jährigen ermittelt worden. Wann es zum Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten kommt, war zunächst offen.
dpa/cvb